Kein Ausruhen nach Besucherrekord
Beeindruckende Resonanz im Reformationsjahr auf dem Museumspfad/ Jetzt rückt der 400. Jahrestag des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges in den Blickpunkt
Torgau (TZ). Der Torgauer Geschichtsverein hat während der Reformationsdekade, die nun zu Ende geht, wichtige Beiträge für die Stadt Torgau geleistet, die zudem von dauerhafter Bedeutung sind. Es ging ihm eben nicht um aufwändige „Events“ oder um großartige Redebeiträge von kurzer Wirkungsdauer, sondern um breitgefächerte und bleibende Angebote für Besucher der Stadt und heimische Interessierte sowie um eine intensivierte Forschungs- und Publikationstätigkeit.
Neues Juwel
Den großartigen Restaurierungsleistungen am Schloss Hartenfels konnte der Verein für Denkmalpflege der Stadt Torgau e.V., mit dem der Geschichtsverein sehr eng verbunden ist, in diesem Jahr auch in der Stadt ein außergewöhnliches Geschichts- und Architekturdenkmal zur Seite stellen: das Priesterhaus Georg Spalatins, ein weiteres Objekt auf dem Torgauer Museumspfad. Die dort jetzt gezeigte Ausstellung entstand in Verantwortung der Stadt Torgau, betrieben wird das neue Kleinod vom Torgauer Geschichtsverein.
Zahlreich waren im Jahr 2017 die Besucher des Museumspfades. Mit über 36.000 Personen waren es doppelt so viele wie im Jahr 2016. Auch die Anzahl der Führungen, die beim Museumsteam gebucht wurden, hat sich verdoppelt. Fast 1.700 Schüler wurden außerdem im Rahmen der Museumspädagogik betreut. In der Vortragsreihe des Geschichtsvereins haben die Themen der Reformationsgeschichte in der Dekade einen besonderen Stellenwert eingenommen. Zahlreiche Sonderausstellungen hat das Museum im Kanzleihaus mit hohem Einsatz geboten, darunter ist besonders die Bibelausstellung mit historischen Exponaten aus dem reichen Bestand des Geschichtsvereins zu erwähnen.
Wichtiges publiziert
Im Rahmen der Forschungs- und Publikationstätigkeit des Vereins bearbeitete dessen Vorsitzender Dr. Jürgen Herzog die vorreformatorischen Kirchenverhältnisse und die Zeit der Reformation in Torgau neu. Dabei konnte auch ermittelt werden, dass Martin Luther Torgau nachweislich 61 Mal besucht hat, so oft wie keine andere Stadt!
Hans-Christoph Sens hat mit eigenen Beiträgen und mit denen namhafter Wissenschaftler eine Publikation zu Schloss Hartenfels und zur Schlosskirche vorgelegt – das Beste, was gegenwärtig zu haben ist. Insgesamt sind seit 2014 fünf Bände in der Reihe der Schriften des Torgauer Geschichtsvereins erschienen.
30jähriger Krieg regional
Nun blickt der Verein voraus auf das Jahr 2018, in dem sich zum 400. Male der Beginn des Dreißigjährigen Krieges jährt, eines furchtbaren Flächenkrieges für ganz Sachsen, der für Torgau in besonderem Maße eine menschliche und wirtschaftliche Katastrophe darstellte. Der Jahrestag ist für den Verein Anlass, in Kooperation der Museen Nordsachsens – Bad Düben, Delitzsch, Eilenburg, Taucha und Torgau – Sonderausstellungen zu bieten, die in einem abgestimmten Reigen einzelne Schwerpunktthemen darstellen. Die Torgauer Ausstellung steht unter dem Thema „Die Schweden kommen. Eine Stadt unter schwedischer Besatzung – Torgau im Dreißigjährigen Krieg 1637“. Sie wird vom 26. Mai bis 28. Oktober 2018 im Kanzleihaus zu sehen sein. Hochkarätig besetzte Vortragsabende werden diese Ausstellung begleiten. Parallel dazu steht vor dem Verein die Aufgabe, sich mit eigener Forschungstätigkeit einzubringen und darüber zu publizieren. Die Arbeiten daran laufen bereits.
Dr. Jürgen Herzog